Borgloher Realschuldirektor sieht der Herausforderung mit Zuversicht entgegen


Hilter: Oberschule kann auch eine große Chance sein

Hilter. „Für viele Schüler wird die Oberschule eine Chance sein“, davon ist Reinhardt Wüstehube, Leiter der Realschule Hilter in Borgloh, überzeugt. Ab Sommer 2013 wird es auch für ihn ein Umdenken geben, denn dann wird aus „seiner“ Realschule die Oberschule Hilter, und er sieht darin auch eine großartige Entwicklungsmöglichkeit für die Schule.

 

„Es gibt uns allen einen Anlass, bestehende pädagogische Konzepte zu überdenken und neuen Ideen den Weg zu bereiten“, sagt Wüstehube, und er denkt dabei beispielsweise an den Förderunterricht.

Durch die Tatsache, dass es sich bei der Oberschule um ein ähnliches Konzept wie das einer Gesamtschule handelt, könnten Schüler, die vielleicht Fächer haben, in denen sie sehr gut sind, und andere, in denen sie gar nicht klarkommen, gezielt durch das Kurssystem unterstützt werden: „So ist der Schüler in einigen Fächern auf Realschulniveau und in anderen eben schwächer“, erklärt der Pädagoge und sieht hier die große Chance für den Schüler.


Schon jetzt macht sich Schulleiter Wüstehube Gedanken, wie die Umstellung auf die Oberschule erfolgen soll. Foto: Pohlmann
 

Während dieser heute ganz schnell die Realschule eventuell verlassen müsste, wird er in Zukunft die Möglichkeit haben, sich gezielt in seinen schwachen Fächern zu engagieren, um auch in diesen das höhere Niveau zu erreichen.

Soweit die Theorie, denn wie genau das alles in der Praxis aussehen wird, weiß auch der Schulleiter noch nicht. Zunächst werden alle Schüler, die bereits auf der Realschule sind und sich für das nächste Schuljahr anmelden, bis zu ihrem Abschluss Realschüler bleiben.

So wird man die nächsten Jahre vorerst zweigleisig fahren müssen. Das sieht Wüstehube zwar als Herausforderung an, aber er fühle sich dem durchaus mit seinem Kollegium gewachsen. Auch die Schule selbst wird den neuen Aufgaben gerecht. „Allerdings wird sicherlich eine Mehrbelastung auf die Lehrer zukommen“, befürchtet der erfahrene Lehrer, „denn man wird sehr viel intensiver individuell auf den einzelnen Schüler und seine Bedürfnisse eingehen müssen“. Denn nur so könne man die spezifischen Förderbedürfnisse und individuellen Stärken beurteilen und entsprechend in die Ausbildung integrieren.

Schon bald wird sich eine Planungsgruppe zusammensetzen, bestehend aus Lehrervertretern der Realschule, aber auch der jetzigen Hauptschule, Vertretern der Gemeinde und der Elternschaft.

Konzept erarbeiten

Gemeinsam wird man dann herausfinden, welche Schritte getan werden müssen, um das Oberschulkonzept umzusetzen. Dann wird man auch über Schwerpunkte nachdenken, denen man sich in der neuen Schulform widmen will, und über die Aufgaben diskutieren, die der neuen Stelle der didaktischen Kraft zugeordnet werden sollten.

Obwohl es noch über ein Jahr dauert, bis die Oberschule nach Borgloh kommt, spürt Wüstehube schon heute, dass viele Eltern verunsichert sind. Diese möchte der Direktor beruhigen: Für die vorhandenen Realschüler verändert sich nichts bis wenig. Und das gilt auch für diejenigen, die in diesem Sommer neu als Realschüler aufgenommen werden.

Nur wenn diese sitzen bleiben, dann werden sie automatisch zu Oberschülern. Und genau das kann dann eine große Chance sein, wenn man sie dann gezielt in ihren schwächeren Fächern fördern kann.

Grund für Ängste um die Zukunft ihrer Kinder brauchen die Hilteraner also nicht zu haben, erklärt Reinhardt Wüstehube.

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