Geschichte hautnah – Zeitzeuge Rudolf Stattkus berichtet

in der Oberschule Hilter

 

Aufmerksame Zuhörer des Wahlpflichtkurses Geschichte der achten Jahrgangsstufe der Oberschule Hilter verfolgten die Lebensgeschichte von Rudolf Stattkus aus Hilter, die in Schillen im Kreis Tilsit-Ragnit (Ostpreußen) im Jahre 1935 begann. In der östlichsten Provinz des ehemaligen Deutschen Reiches erlebte der damals Neunjährige im Oktober 1944 den Einmarsch der russischen Truppen und begab sich mit der Mutter und dem zwei Jahre jüngeren Bruder auf die Flucht. Ein halbes Jahr lang war die kleine Familie mit weiteren Dorfbewohnern unter widrigsten Bedingungen und immer wieder auch in Lebensgefahr unterwegs, bis sie endlich im März 1945 mit dem Camminer Zug in Remsede ankamen. „Einmal in der Woche forderte unser Lehrer in Remsede die einheimischen Kinder auf, ihre Pausenbrote mit den Flüchtlingskindern zu tauschen. So bekam ich ein wunderbares Schinkenbrot von meinem Banknachbarn und er aß mein Zuckerbrot. Alle Kinder haben begeistert mitgemacht“, erzählt der Achtzigjährige voll dankbarer Erinnerung.  Das ehemalige Flüchtlingskind ist sein Leben lang in der Region geblieben, machte eine Mechanikerlehre und gründete eine Familie. Seine Urenkelin Annalena Prange, Realschülerin der Oberschule Hilter, stellte den Kontakt zur Kursleiterin Balbina Schöck her. „Wir Nachgeborenen müssen der Kriegsgeneration gut zuhören, um den heutigen Kriegsflüchtlingen offen zu begegnen und tatkräftig helfen zu können“, unterstrich die Lehrerin die Notwendigkeit, Zeitzeugen des Dritten Reiches und der Nachkriegszeit in die Schulen zu holen.                                                                                                                                              

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: privat

 

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